„Ich will diese Zeit maximal genießen – beruflich und mit meinen Kindern“

 

Juristinnen stehen viele Karrierewege offen. Dina-Seilern-Aspang hat sich einige davon genauer angeschaut: Sie machte Praktika am Gericht, in Rechtsabteilungen, in einer Großkanzlei. Auf einer Silvesterparty brachte ein Freund sie dann auf eine völlig andere Idee: Er überzeugte sie von einer Bewerbung bei McKinsey – und noch im Januar erhielt Dina eine Einladung zum Interview. Sie entdeckte ihre Freude am Consulting und wurde Beraterin. Während einer Auszeit für die Dissertation  bekam sie zwei Kinder und arbeitet heute in Wien als Strategieberaterin in Teilzeit. 

„Das Jurastudium hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, doch schon während der Praktika kamen erste Zweifel auf: Wollte ich das wirklich? Mit Anfang 20 in einer österreichischen Großkanzlei arbeiten und das für die nächsten 40 Jahre? Juristen sind ja regional recht gebunden. So traf mich die Party-Idee eines Freundes im richtigen Moment - damals arbeitete ich gerade am Gericht - er empfahl mir McKinsey. Ich schickte eine Bewerbung ab, ohne mit einer Zusage zu rechnen, doch es klappte! So wurde ich  Fellow im Wiener Office.

Großes Vertrauen von Anfang an

Schnell fand ich heraus, dass die strategische Beratung genau das Richtige für mich ist. In der Projektarbeit ging es weniger um Probleme und mehr um Lösungen. Bemerkenswert fand ich das Vertrauen, das man mir entgegenbrachte. Ein Schlüsselerlebnis hatte ich gleich zu Beginn: Ich wollte den Entwurf einer E-Mail einem Kollegen zur Kontrolle vorlegen. Aber er schaute mich nur an und sagte: Nein! Du hast das geschrieben, wir haben Dich hier eingestellt, es wird schon gut sein. Das hat mich nachhaltig beeindruckt.

Zeit für die Promotion – und die Familie

Jeder Consultant hat bei McKinsey große Gestaltungsspielräume und kann zugleich auf ein stabiles Sicherheitsnetz zurückgreifen: Wir erhalten erstklassige Trainings und viel Unterstützung durch die Kollegen ‚on the job‘. Das schafft einen besonderen Spirit und Zusammenhalt. Deshalb habe ich auch während meines ‚Educational Leaves‘ nach zwei Jahren in der Beratung den Kontakt zur Firma nie komplett abreißen lassen. In erster Linie schrieb ich in dieser Zeit allerdings meine juristische Dissertation. Und ich wurde zum ersten Mal Mutter.

Individualität statt Standardlösungen

Mein Sohn war ein Jahr alt, als ich in die Beratung zurückkehrte. Ich hätte mich für eine interne Rolle entscheiden können, doch ich wollte zurück in die strategische Projektarbeit mit Klienten. Für die Rückkehr nach der Elternzeit gab es bei McKinsey keine Standardmodelle, ich konnte mein Modell sehr flexibel selbst entwickeln. Das ist auch gut so, denn jede Familie und jede Situation ist anders. Ich habe mich für eine Teilzeitlösung entschieden und den Umfang mehrfach angepasst.

Rückkehr zu McKinsey, die zweite

Mittlerweile stehe ich kurz vor meiner zweiten Rückkehr zu McKinsey. Mein Sohn hat eine kleine Schwester bekommen, und ich bin zuversichtlich, auch diesmal eine gute Lösung für mich, mein Team und meine Klienten zu finden. Die Projektarbeit ermöglicht allen Consultants ein hohes Maß an Flexibilität zwischen den Studien – vom jährlichen „Take Time“-Programm, also der Möglichkeit, pro Jahr Auszeiten von bis zu drei Monaten zu nehmen,bis zum Sabbatical. So fühle ich mich als Teilzeitkraft gar nicht als Ausnahme. In der Beratung arbeiten so viele Menschen mit ausgeprägten Interessen, sei es für einen Sport, ein Instrument oder eben die Familie. Es wäre ja verrückt, wenn das Unternehmen ihnen dafür keine Freiräume ließe.

Vielfalt und Internationalität der Aufgaben

Die Entscheidung für die Beratung habe ich nie bereut. Die Vielfalt der Themen und die Internationalität sind ein großes Plus. Als Juristin habe ich hier die Chance, meinen Horizont noch einmal deutlich zu erweitern. Außerdem setze ich Entscheidungen nicht nur vertraglich um, sondern bereite sie auch inhaltlich mit vor. Vor allem aber bin ich bei McKinsey vielen extrem klugen, netten und interessanten Menschen begegnet, die ich nicht mehr missen möchte.

Frauen gewinnen, begleiten und  fördern

Derzeit mache ich mir Gedanken über meine weitere inhaltliche Spezialisierung. Bislang habe ich viel für den Finanzsektor gearbeitet und Unternehmen aus den Bereichen Konsumgüter, Pharma und Agrikultur strategisch beraten. Künftig möchte ich McKinsey auch dabei unterstützen, die Firma aus der Sicht von Frauen weiter zu verbessern. Denn wir wollen weibliche Talente ja nicht nur für McKinsey gewinnen, sondern sie auch begleiten und erfolgreich machen. Das ist mir ein persönliches Anliegen. Davon abgesehen ist mir vor allem eines wichtig, diese intensiven Jahre maximal zu genießen – beruflich und mit meinen Kindern.“