„Ein ‚Social Leave‘ verändert den Blick auf die Welt“

Als Physikstudent bewarb sich Benjamin Weber für einen McKinsey-Workshop in Kitzbühel – kam aber „nur“ auf die Warteliste. 48 Stunden vor Seminarbeginn dann der Anruf: Sie sind dabei. Damit erhielt seine Karriereplanung eine völlig neue Richtung, und es sollte nicht das letzte Mal sein. Als erster McKinsey-Fellow überhaupt ging Benjamin nach zwei Jahren im Job in einen „Social Leave“. 18 Monate war er für die Welthungerhilfe im Einsatz, unter anderem in Simbabwe und Bangladesch. Hier sein Bericht.

 

„Ich habe mit großer Begeisterung Physik studiert. Was mir aber zunehmend fehlte, war der Praxisbezug. Was hatten unsere komplexen Modelle mit realen Jobs zu tun? Eines Tages hörte ich von diesem McKinsey-Event: "Campus 2012 - MBA-Wissen in fünf Tagen". Der Workshop richtete sich an Nicht-BWLer wie mich. Das fand ich spannend: Erstmal einen Überblick zu bekommen über Branchen, Industrien, Strategien. Um hinterher besser zu wissen, was mir gefällt.

‚Mit diesen Leuten möchte ich arbeiten‘

Das Seminar war aufgebaut wie der so genannte ‚Mini-MBA‘, den McKinsey allen Nicht-Wirtschaftswissenschaftlern zum Einstieg anbietet. Das hat mir konzeptionell und inhaltlich gefallen. Noch mehr begeisterten mich aber die McKinsey Berater vor Ort. Ich dachte sofort: Mit solchen Leuten würde ich gern arbeiten. Nach dem Diplom stand ich vor der Frage: Promotion oder nicht? Ich habe mich bewusst für dieses Umfeld bei McKinsey entschieden – wohl wissend, dass eine Promotion immer noch möglich sein würde.

Komplizierte Probleme erstmal zerlegen

In meiner ersten Zeit als Berater in München hat mir mein naturwissenschaftlicher Hintergrund sehr geholfen. Allem voran das jahrelang geübte Vorgehen, ein kompliziertes Problem in überschaubare Teil-Probleme zu zerlegen. Ich hatte auch keine Angst davor, mal ein mathematisches Modell zu bauen oder betriebswirtschaftliche Standards in Frage zu stellen. Mir war schnell klar: Jedes Problem erfordert eine eigene Herangehensweise. 

Social Leave statt Promotion

Nach zwei Jahren als Berater hat jeder Fellow bei McKinsey die Möglichkeit, eine anteilig bezahlte Auszeit für eine Promotion oder einen MBA zu nehmen. Als ich soweit war, tat sich eine weitere Option auf: Zufällig sprach ich mit einer Kollegin, die gerade das „Social Leave“-Programm entwickelte. Die Idee: Statt einer akademischen Weiterbildung sammeln Fellows bei einer gemeinnützigen Partnerorganisation 18 Monate lang Projekterfahrung. Ich war der erste Fellow überhaupt, der diese Chance wahrnahm.

Rückkehr garantiert

So wurde die Welthungerhilfe in Bonn vorübergehend mein neuer Arbeitgeber. Von McKinsey hatte ich ein so genanntes „Offer to Return“ in der Tasche. Meine Rückkehr war also gesichert. Ich bekam anteilig das ausstehende Gehalt aus meiner Fellow-Zeit und zusätzlich ein halbes Referentengehalt der Welthungerhilfe. Das reichte für ein WG-Zimmer in Bonn und das Pendeln zu meiner Freundin in München. Für Urlaub und Hobbies blieb auch noch Luft. 

Mehr Spenden durch bessere Datennutzung

Mein eigentlicher Einsatz war zweigeteilt: Neun Monate im Marketing der Welthungerhilfe, neun Monate im Programmbereich. Im Marketing bestand meine Aufgabe vor allem darin, den Datenschatz zu heben, den die Organisation in mehr als 50 Jahren aufgebaut hat. Heißt: Aus einer Riesen-Datenbank zu Spenden und Aktionen gezielter herauszulesen, welche Maßnahme wie wirkt. Hier gab es großes Potenzial. 

Papier-Lösungen im Praxistest

Die Programmarbeit hat mich dann ins Ausland geführt, nach Simbabwe, Indien und Bangladesch. Dabei ging es darum, die Wirkung der Projekte systematischer zu messen. Diese Besuche vor Ort sind Erfahrungen, die meinen Blick auf die Welt für immer verändert haben. Ich habe Gespräche geführt, die keinem Touristen so möglich sind. Ich habe gesehen, mit welchen Problemen die Menschen vor Ort – und auch die Projektmanager der Welthungerhilfe – täglich kämpfen; woran die schönsten Konzepte in der Praxis scheitern. Am Strom zum Beispiel: Was nützt die beste elektronische Survey, wenn es keine Möglichkeiten gibt, regelmäßig Akkus aufzuladen? 

Kleine Veränderungen, große Wirkung 

Es war ungeheuer belohnend zu sehen, wie viele Veränderungen ich mit anstoßen konnte. Oft waren es kleine Dinge, die den Mitarbeitern der Welthungerhilfe nützten, vor allem bei der Datenauswertung. So wurde aus einer erst zögerlichen Begrüßung als „der Herr von McKinsey“ schnell ein sehr enges und persönliches Vertrauensverhältnis. Natürlich tat es auch gut zu wissen: Wofür wir uns täglich einsetzen, macht wirklich einen Unterschied im Leben von Menschen.  

Bereicherung über den Beruf hinaus

Diese Haltung motiviert mich auch nach meiner Rückkehr zu McKinsey. Aktuell arbeite ich an einer Studie im Logistikbereich, aber ich möchte noch so viel wie möglich kennenlernen. Natürlich interessiert mich der öffentliche Sektor. Vor allem aber möchte ich die Möglichkeit zum „Social Leave“ bekannter machen. Diese Freiheit, sich für eine Zeit „austoben“ zu können bei garantierter Rückkehr – das ist eine einzigartige Chance. Ich habe mich danach bewusst ein zweites Mal für McKinsey entschieden. In meinen Augen ist ein Einsatz für eine soziale Organisation eine echte Alternative zu einer Promotion oder einem MBA. Er erweitert den Horizont und macht mich zu einem besseren Berater. Heute erlebe ich, wie fasziniert auch die Klienten auf Berichte aus dieser Zeit reagieren.“ 

Weiterkommen
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Freiräume schaffen – flexibles Arbeiten

McKinsey-Berater befassen sich mit den anspruchvollsten Aufgaben der anspruchvollsten Unternehmen. Dafür brauchen sie ein Arbeitsumfeld, das auch Raum lässt für Persönliches. Wie das konkret aussehen soll, wissen Sie selbst am besten. Daher räumt McKinsey Ihnen ein hohes Maß an Flexibilität ein – etwa durch die Wahl des Bürostandorts, flexible Arbeitszeitmodelle oder durch Take Time – eine Freistellung auf Zeit, um persönliche Projekte zu verfolgen. So können Sie Ihre beruflichen Ziele verwirklichen, ohne die privaten zu vernachlässigen.

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