„Ich habe eine Auszeit genommen, um als Arzt im Impfzentrum zu helfen.“

Timo Rodi studierte Medizin und promovierte in der rekonstruktiven Kniechirurgie, bevor er als Berater im Hamburger Büro einstieg. Während der Coronapandemie nahm er „Take Time“, um in einem Impfzentrum in seiner Heimatregion als Arzt zu arbeiten.

Timo, was genau ist eigentlich Take Time?

„Take Time ist ein Angebot von McKinsey, das uns Berater:innen ermöglicht, zwischen Projekten zusätzlichen Urlaub zu nehmen. Im Jahr sind bis zu drei Monate möglich."

Du hast Take Time genutzt, um in einem Impfzentrum zu unterstützen. Wie kam es dazu?

„Während der Pandemie hatte ich Ende 2020 den ersten Kontakt zu den Maltesern in meinem Heimatort. Sie fragten mich, ob ich sie beim Aufbau eines Testzentrums unterstützen kann. Das habe ich dann ehrenamtlich am Wochenende und über die Weihnachtsfeiertage gemacht. Seither habe ich gemeinsam mit den Maltesern, Schulen und Unternehmen zunächst bei deren Teststrategie und zuletzt auch bei den Impfungen unterstützt. Im April habe ich dann Take Time genommen, um in meiner Heimat am Bodensee ein lokales Impfzentrum zu unterstützen. Nach längerer Zeit im Homeoffice hatte ich das Bedürfnis, nochmal vor Ort mit anzupacken. Also habe ich mir einen Monat freigenommen.“ 

Wie genau lief der Prozess für deine Auszeit in der Beratung ab?

„Das war alles sehr einfach. Ursprünglich dachte ich, dass der Prozess total kompliziert ist. Letztendlich habe ich drei Tage vor Monatsende meine finale Rückmeldung gegeben, dass ich für den kommenden Monat Take Time in Anspruch nehmen möchte. Ich habe das Gefühl, wenn man hier nachfragt und versucht, Dinge durchzusetzen, geht das in der Regel auch. Wir haben bei McKinsey feste Ansprechpartner:innen für solche Angelegenheiten, die uns bei der Umsetzung super unterstützen. Zum Beispiel unsere Professional Development Manager:innen."

Erzähl uns von deinem Start im Impfzentrum.

„Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass mir manche Leute etwas skeptisch gegenüberstanden. Dadurch, dass ich in der Beratung arbeite, haben vielleicht einige erwartet, dass ich direkt ankomme und ein paar Ratschläge verteile. Zunächst wollte ich aber vor allem mit meiner Arbeit als Arzt überzeugen. Natürlich konnte ich auch ein paar Verbesserungsvorschläge machen, nachdem ich mich in die Thematik eingearbeitet und die Prozesse verstanden hatte. Ich denke, dass ich insgesamt mit meiner Arbeit überzeugen konnte. Das anfängliche Misstrauen hat sich schnell gelegt und ich hoffe, dass ich so ein paar Vorurteile beseitigen konnte. Es fühlte sich super an, vor Ort mit anzupacken.“

 Welche Erfahrungen von deiner Arbeit bei McKinsey konntest du in das Impfzentrum übertragen?

„In unserer täglichen Arbeit in der Beratung lernen wir Probleme zu strukturieren und effizient zu lösen. Das hat mir auch im Impfzentrum geholfen und in meiner Impfkabine gab es nie Leerlauf. Auf die Malteser und mich sind auch Unternehmen zugekommen, die wir beim Aufbau von mobilen Impfstraßen unterstützt haben. Dazu mussten wir vorher ein Konzept erarbeiten. So etwas fällt mir vielleicht leichter als anderen, da wir bei McKinsey viel konzeptionelle Arbeit leisten. Ein weiterer Punkt, der vielleicht noch etwas mit unserer Arbeit zu tun hat: Als ich vor Ort war, habe ich versucht, es wirklich allen recht zu machen – den Patienten, meinen Kollegen im Impfzentrum und auch der organisatorischen Leitung. Ich war immer mit vollem Einsatz dabei und das ist, denke ich, eine Einstellung, die nicht nur ich, sondern auch viele andere McKinsey-Kolleg:innen haben.“

Aktuell arbeitest du wieder als Berater bei uns. Was gefällt dir an deiner Arbeit?

„Zum einen gefällt mir die projektbasierte Arbeit sehr gut. Egal, wie gut oder wie schlecht ein Projekt läuft, ich weiß, dass es in ein paar Monaten wieder vorbei ist. Anschließend steht etwas Neues an. Das finde ich unglaublich spannend. Außerdem bin ich froh, dass ich die Wochenenden in der Regel frei habe. Das ist für Mediziner:innen, die ja teilweise auch im Schichtdienst arbeiten, nicht immer so. Und ich genieße meine freien Wochenenden sehr.“ 

Wirst du Take Time wieder nutzen?

"Auf jeden Fall. Ich schaue mal, wie ich es einsetzen werde. Ob ich es für einen zusätzlichen Urlaub, eine Runde Segeln oder ein neues Projekt verwenden werde, weiß ich jedoch noch nicht. Diese Möglichkeiten möchte ich mir noch offen halten."

Hast du zum Abschluss noch Tipps für Mediziner:innen, die sich für McKinsey interessieren?

„Ich würde dazu raten, keine Vorurteile zu haben und einfach mal in die Beratung reinzuschauen. Man hat nichts zu verlieren und kann so sehr gut über den Tellerrand schauen. Es gibt viele spannende Themen außerhalb der Arbeit in einer Klinik oder im Krankenhaus, mit der man auch wichtige Dinge bewegen kann. Und wenn es einem nicht gefällt, kann man immer wieder zurück.“

Einstiegsmöglichkeiten
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