„Beratung ist ein tolles Umfeld für alle, die sich breiter aufstellen wollen“

Die gebürtige Kärntnerin Melanie Krawina arbeitet als Beraterin im Wiener Büro bei McKinsey Digital. Zu McKinsey kam sie über Umwege. Als erste in ihrer Familie studierte sie und arbeitete anschließend als Physikerin am weltberühmten Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz. Eine glänzende Wissenschaftskarriere lag vor ihr. Doch nach einigen Jahren wollte Melanie eine neue Richtung einschlagen, die noch mehr Abwechslung versprach: McKinsey Digital.

„Wenn ich studiere, dann Naturwissenschaften: Das war für mich schon klar, bevor ich überhaupt wusste, was ein Studium genau bedeutet. Ich war einfach neugierig und wollte die Welt genau verstehen. Erst während des Physikstudiums begann ich über meine konkrete berufliche Zukunft nachzudenken. Jeden Sommer schaute ich mir als Praktikantin ein anderes Unternehmen an, zum Beispiel in der Halbleiter-, der Öl- und der Automobilindustrie. Das waren spannende Einblicke, aber eine Konzernkarriere schien mir doch nicht das Passende zu sein. Ich wollte lieber jeden Tag Neues erkunden und forschen.

Die erste Station: Wissenschaft

So ging ich nach meinem Abschluss zum CERN, dem größten Kern- und Teilchenphysiklabor der Welt. Zwei Jahre lang erforschte ich, wie sich radioaktive Strahlung auf elektronische Komponenten auswirkt. Das ist vor allem für die Weltraum- Flugzeug-, und Teilchenbeschleunigertechnik relevant. Am CERN habe ich spannende Einblicke erlebt, aber ich sah auch, dass ich als Wissenschaftlerin immer tiefer und tiefer in ein einziges Expertenthema eintauchen würde und man als weltweite Expertin irgendwann nur mehr alleine arbeitet. Mir fehlte der Austausch mit anderen, die thematische Abwechslung, und der "hands-on" Impact meiner Arbeit. So habe ich mich nach Alternativen umgeschaut.

Fast 50 Prozent ‚Exoten‘

Auf die Beratung machten mich Freund:innen aufmerksam, die ebenfalls Physik studiert hatten. Von ihnen lernte ich, dass McKinsey nicht nur ein Ort für Wirtschafts- und Finanzexpert:innen ist: Mittlerweile haben fast 50 Prozent der Consultants einen nicht-wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund. Um mehr zu erfahren, bewarb ich mich für das Event „Next Generation Woman Leaders“. Denn gerade als Naturwissenschaftlerin finde ich es wichtig, dass mehr Frauen Führungspositionen erreichen. Als Antwort kam eine Einladung aus dem Recruiting: Hättest du nicht Interesse, dich direkt für eine Tätigkeit bei McKinsey zu bewerben? So ging alles sehr schnell.

Neue Heimat bei McKinsey Digital

Auch nach dem Jobwechsel bin ich meiner naturwissenschaftlichen Seite zu einem Großteil Teil treu geblieben. Ich arbeite für McKinsey Digital: In diesem Bereich ist die Digital- und Technikexpertise in der Firma gebündelt. Wir beraten unsere Klient:innen zum Beispiel zu digitalen Transformationen, Software Strategie oder Digital Business Building – bei mir häufig  in den Advanced Industries, also Klienten mit Industrie- und Ingenieursfokus. Im Moment bin ich für die Bauindustrie im Einsatz. In diesem Umfeld kann ich mein Fachwissen und meine analytischen Fähigkeiten gut einbringen und erlebe dennoch eine große thematische Breite.

Vertrautes und Überraschendes

Was die konkrete Arbeit angeht, so ist mir einiges vertraut und anderes weniger. Mit Softwareentwicklung beispielsweise hatte ich auch früher schon zu tun. Dafür musste ich erst lernen, meine Arbeit aktiv und effizient zu kommunizieren. Wissenschaftler arbeiten ein Thema gern bis ins letzte Detail aus. Aber wenn man mit dem Topmanagement von Unternehmen zu tun hat, muss man zum Punkt kommen. Zum Glück waren meine Teams vom ersten Tag an herzlich und hilfsbereit. Das war für mich die größte Überraschung, auch im Vergleich zu meinen vorherigen Berufserfahrungen. Jeder signalisiert: Wir sind für dich da und helfen dir, dich bestmöglich weiterzuentwickeln.

Beratung = Problemlösung

Mathematiker:innen, Physiker:innen und andere MINTler:innen sind im Grunde sehr gut auf die Beratung vorbereitet. Denn in der Essenz ist Beratung das Lösen von Problemen. Das können Naturwissenschaftler:innen und Ingenieur:innen  schon durch ihr gelerntes, strukturiertes Herangehen. Das wirtschaftswissenschaftliche Toolkit lässt sich nachholen – in der täglichen Zusammenarbeit mit Kolleg:innen sowie Klient:innen oder bei einer großen Auswahl von Trainings. Für mich war das wie ein BWL-Studium im Schnelldurchlauf. Ich empfehle allen, die über einen Wechsel in die Beratung nachdenken, einfach mal mit Berater:innen zu sprechen oder ein Event zu besuchen. Dann klären sich viele Fragen.

Engagement für GLAM

Neben meiner fachlichen Arbeit gibt es noch ein anderes Herzensthema, für das ich mich engagiere: Diversity. Hier im konkreten setze ich mich für LGBTQ+, Frauen und Social-Mobility-Themen ein. Beispielsweise bin ich eine sogenannte Freundin von GLAM, dem LGBTQ-Netzwerk bei McKinsey. Dabei geht es vor allem darum, mehr Bewusstsein zu schaffen, Wissen zu vermitteln und eine sichere Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Jeder kann dazu beitragen. Sollte zum Beispiel mal eine unsensible Bemerkung fallen, dann stehe ich als ‚Ally‘ auf und sage: Das ist nicht ok. Es ist extrem wichtig auch für Unternehmen, dass jede Person am Arbeitsplatz sie selbst sein kann und sich nicht verstecken muss. Dafür setze ich mich ein.“

Lerne McKinsey Digital in einem Praktikum kennen
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Beratung live erleben als Praktikant:in

Die Arbeit einer Topmanagement-Beratung kennenlernen? Bei McKinsey können Praktikanten das und noch viel mehr erwarten: Acht bis zwölf Wochen lang bist du festes Mitglied eines Projektteams. Deine Meinung und dein Einsatz sind vom ersten Tag an gefragt. Du arbeitest vor Ort beim Klienten und gestaltest Unternehmensberatung unter realen Bedingungen mit. 

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