„Als Arzt habe ich eine fachliche Basis, in der ich mich auskenne."

Philip Boehme wusste schon früh, was er will: neue Medikamente schneller zu den Menschen bringen. Dafür studierte er Chemieingenieurwesen und Medizin, inklusive Promotion in beiden Fächern. Er forschte an Gentherapien, arbeitete in der klinischen Entwicklung und in der Pharmaindustrie. Damit kannte er fast die gesamte pharmazeutische Wertschöpfungskette. Was fehlte, war die integrierte Sicht. Die fand Philip bei McKinsey. Als Consultant im Düsseldorfer Büro berät er seit 2019 vor allem Krankenkassen und Pharmaunternehmen. 

Philip, du hast sehr unterschiedliche Unternehmenskulturen kennengelernt: Pharmakonzern, Klinik, Beratung. Wie erlebst du die Zusammenarbeit bei McKinsey?

Grundsätzlich gibt es hier unglaublich viele schlaue und dabei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Von allen kann ich etwas lernen: von der einen Leadership-Fähigkeiten, von dem anderen eine analytische, fachlich-medizinische oder ökonomische Perspektive. All diese verschiedensten Kompetenzen in meiner unmittelbaren Nähe zu haben – das macht McKinsey für mich aus.

Hattest du beim Abitur schon einen genauen Karriereplan?

Mir war früh klar, dass Jobsicherheit und guter Verdienst nicht das einzig Wichtige sind. Ich wollte dorthin, wo man der Menschheit auch etwas hinterlassen kann. Wie im Medizin- und Gesundheitssektor.

Als Chemieingenieur hast du dich daher auf pharmazeutische Herstellungsprozesse spezialisiert.

Ja genau, aber irgendwann hatte ich den Wunsch, das, was ich herstelle, auch zu verstehen. Daher habe ich noch Medizin studiert und parallel bei einem Pharmaunternehmen gearbeitet. Ich wollte die ganze Wertschöpfungskette kennenlernen: von der Forschung zum Molekül über die Fertigung bis zum Patienten. Hinzu kommt das Marketing: Wie kann der medizinische Fortschritt für den Patienten sichtbar und verfügbar gemacht werden? Dieses integrierte Verständnis war mein Ziel. McKinsey ist da sehr stark. Wir haben beispielsweise Programme mit Pharmaunternehmen, in denen es darum geht, Entwicklungsprozesse insgesamt zu beschleunigen.

War das der Grund, warum du in die Beratung gewechselt bist?

Konkreter Anlass war, dass mir im Pharmaunternehmen eine Abteilungsleitung angeboten wurde. Ich wusste: Wenn ich das annehme, werde ich für mindestens fünf Jahre sehr fachspezifisch arbeiten. Ich begann, über Alternativen nachzudenken und sprach mit einem McKinsey-Berater aus München. Der meinte: Schau dir die Topmanagement-Beratung mal an, zumindest für eine gewisse Zeit! Schließlich hat mich das Gespräch mit einer Recruiterin für sogenannte Professionals, also Bewerberinnen und Bewerber mit Berufserfahrung, überzeugt.

Wie ging es dann los bei McKinsey?

Es ging gleich in die Vollen. Nach einer ersten Kennenlernwoche habe ich direkt bei einem Projekt für eine Krankenkasse gearbeitet. Das war hochspannend und nochmal eine neue Perspektive für mich. Die Frage war: Wie können Krankenkassen ihre Patientinnen und Patienten kostengünstiger mit Medikamenten versorgen?

Bist du thematisch dieser Richtung treu geblieben?

Ja, ich berate vor allem Pharmaunternehmen und Krankenkassen. Der Vorteil als Einsteiger mit Berufserfahrung ist: Ich habe eine fachliche Basis, mit der ich mich auskenne. Bei pharmazeutischen und medizinischen Themen spreche ich die gleiche Sprache wie die Klienten. Daher kann ich relativ schnell erkennen, wo die Herausforderungen liegen – und wen ich bei Bedarf anrufen muss, um ein Problem zu lösen. Das ist ein großer Vorteil in Sachen Geschwindigkeit.

Inwiefern hilft die Ausbildung als Mediziner, ein guter Berater zu sein?

In der Medizin ist es normal, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Einerseits blickt man auf die Mikroebene und sieht: Wenn eine Zelle entartet, entsteht daraus Krebs. Auf der Makro-Ebene gibt es andererseits Themen wie Public Health, also etwa die Frage: Wie testet man effizient Millionen von Menschen auf eine COVID-19-Infektion? Dieser Perspektivenwechsel ist inhärent in der Medizin.

Und was macht Beratung für Ärztinnen und Ärzte attraktiv?

Dass man weiterhin unterschiedliche Perspektiven einnehmen kann und sich dabei schnell weiterentwickelt. Im Krankenhaus müssen sich junge Ärztinnen und Ärzte neues Wissen oft mühsam erarbeiten. Es ist nicht selbstverständlich, dass ihnen der Kardiologe nach der Stationsarbeit noch zeigt, wie ein Herzkatheter funktioniert. Bei McKinsey ist Weiterentwicklung quasi in die DNA eingebaut. Da alle Beraterinnen und Berater schnell lernen eigenverantwortlich zu arbeiten und in ein starkes Netzwerk eingebunden sind, kommen sie auch unheimlich schnell weiter. Ich glaube, nach ein bis zwei Jahren Klinikerfahrung wissen Medizinerinnen und Mediziner das besonders zu schätzen.

Tempo ist auch privat ein Thema für dich. Du läufst Marathon. Wie findest du die Zeit dafür?

Das Laufen ist für mich eine riesige Inspirationsquelle. Dabei sind schon viele Beziehungen entstanden, die für den Austausch sehr wertvoll sind. Es hilft auch, sich zu kalibrieren: In der Beraterwelt verändern sich die Aufgaben ständig. Da ist es sehr wichtig, die Bodenhaftung nicht zu verlieren.

Du bist mit hohen Ansprüchen ins Berufsleben gestartet. Hast du das Gefühl, als Berater wirklich etwas bewegen zu können?

Absolut. Und noch mehr: Bei McKinsey kann ich nicht nur viel bewegen, sondern auch dazu beitragen, die Dinge zu beschleunigen.