„Warum sich auf eine Branche beschränken?“

Als Wirtschaftsingenieurin hatte Isabel Böker die Strategieberatung zuerst nicht auf dem Zettel. Sie wollte in die Industrie, konkret: in die Produktion eines Unternehmens, um an schlankeren Verfahren zu arbeiten. Heute zählt genau dies zu ihrer Kernexpertise, denn Isabel ist Spezialistin in der Operations Practice bei McKinsey. Doch hier muss sie sich nicht auf eine Branche beschränken, sondern sieht die Produktionsabläufe vieler Unternehmen von innen.

„Meine fachlichen Schwerpunkte haben sich früh herausgebildet. Schon während des Studiums begann ich, mich mit Lean Production zu beschäftigen. Weniger klar war meine berufliche Orientierung, zumindest was die Branche betrifft. Ich hatte Praktika in der Industrie absolviert und fand dort spannende Arbeitsfelder. Aber sie waren mir zu eng gefasst. Dann erzählte mir ein Kommilitone von seinem Praktikum bei McKinsey und der dortigen Operations Practice. Ich suchte das Gespräch mit seinem Team, stellte viele Fragen – und bin nach Hause gegangen mit der Gewissheit, dass dies genau das Richtige für mich ist.

Schnelles Feedback, direkte Wirkung

Denn in der Operations Practice fand ich inhaltlich genau das, was ich machen wollte. Mit dem Vorteil, dass ich es für verschiedene Industrien und Unternehmen tue. Hauptsächlich bin ich für die Chemiebranche im Einsatz. Einer meiner Schwerpunkte ist die prädiktive, also vorausschauende Instandhaltung. Dieses Thema habe ich mir selbst erarbeitet, in der Chemie ist das hoch relevant. Und als McKinsey-Berater kann man da wirklich etwas verändern: Wenn wir eine neue Strategie zur Instandhaltung entwerfen und beispielsweise die Inspektionsfrequenz erhöhen, dann schlägt sich das in kurzer Zeit in einem höheren Produktionsvolumen nieder. Und fast immer läuft es besser. Dieses unmittelbare Feedback ist großartig.

Vielfalt in der DNA

Im Moment arbeite ich zusammen mit einem Experten aus Spanien, einem Projektleiter aus Kolumbien und einem Berater aus Argentinien an einem Projekt in Chile. Das ist typisch für McKinsey: Internationalität und Diversität sind tatsächlich in der DNA der Firma verankert. In unserem produktionsnahen Team sind zwar überwiegend Ingenieure anzutreffen, aber ich hatte auch schon Pädagogen und Sozialwissenschaftler im Team. So wird auf verschiedenen Stärken aufgebaut und man lernt viel voneinander. Auch persönlich finde ich es bereichernd, wenn ich mich nach der Arbeit noch mit Kollegen unterhalte, die einen völlig anderen Hintergrund haben als ich. Erstaunlich ist auch immer wieder, wie schnell wir uns als Projektteam zusammenfinden. Da treffen sich drei Berater aus verschiedenen Ländern in einem Projektraum und nach einer Stunde kommen alle raus als Team mit einer gemeinsamen Zielrichtung. Das finde ich bemerkenswert.

Ständiger fachlicher Dialog

Trotz meines Schwerpunkts muss ich mich ständig neuen Aufgaben stellen. Das geht nur, weil man so hervorragend gefördert wird. Vom Team, aber auch von den Projektleitern kommen die richtigen Fragen: Ist das jetzt wirklich schon die beste Lösung? Wie können wir das noch einen Schritt vorantreiben? Da ist ein ständiger fachlicher Dialog, der sehr oft zu besseren Lösungen führt. Die Senior Experts bringen zum Teil ein gigantisches Know-how mit, ob es nun um Benchmark-Zahlen von Spezialchemikalien geht oder sie einen Tipp zum Auftreten beim Klienten parat haben.

Ingenieurinnen für Beratung begeistern

In meinem Studium lag der Frauenanteil nur bei etwa 15%, daher liegt mir das Recruiting von Beraterinnen für die technischen Bereiche der Beratung besonders am Herzen. Eine Frage kommt immer wieder auf: Ist dieser Beruf mit einer Familie vereinbar? Da sage ich meist: Macht euch nicht schon zu Beginn der Karriere zu viele Gedanken, fangt erst mal an. Bei McKinsey gibt es verschiedene Flexibilitätsmodelle, sei es Teilzeit, sei es Take Time oder die Möglichkeit, beim Wiedereinstieg eine Zeit lang in eine interne Rolle zu wechseln. Es gibt immer Wege. Mir persönlich ist es wichtig, mir persönliche Freiräume neben dem Beruf zu erhalten. Mein nächstes privates Projekt: ein Segelkurs.

Nächster Schritt: Expert

Meine nächste Etappe, die ich bei McKinsey anstrebe, ist die Beförderung zum Expert. Während die Generalisten in der Regel sehr gut darin sind, schnell hypothesenbasiert die Hebel zu finden, coache ich als Specialist nicht nur Klienten, sondern meist auch Teamkollegen zu Fachfragen. Als Expert berät man dann verschiedene Projektteams parallel. Darauf freue ich mich sehr! Denn in dieser Rolle kann ich meine erarbeitete Expertise noch weiter ausbauen und vertiefen – und parallel mehrere Klienten gleichzeitig unterstützen. Darauf freue ich mich sehr!“