„Eine Promotion ist hier eher Standard als Ausnahme“

Ist es mit 26 zu spät für eine Promotion? Nach seinem Finanzstudium in Großbritannien kam es Fabio Mann tatsächlich so vor. Er stieg zunächst ins Investmentbanking ein. Erfreut nahm er dann die Chance wahr, die sich mit seinem Wechsel zu McKinsey auftat: Als „Fellow im Leave“ promovierte Fabio zu Fragen der Spieltheorie.

Schon während meiner Banklehre hatte ich geplant, irgendwann zu promovieren. Aber dann passte es nicht in den Zeitplan, und ich wollte erst einmal arbeiten. So hatte ich mit dem Thema schon abgeschlossen – bis zu meinem Einstieg bei McKinsey.

Das Fellowship Program

Zu meiner Freude werden akademische Weiterbildungen bei McKinsey nicht nur ermöglicht, sondern sogar intensiv gefördert: Beim Fellowship Program werden Berater nach zwei Jahren freigestellt und können so einen weiteren akademischen Abschluss erwerben – und das bei Weiterzahlung des vollen Gehalts während des ersten Jahres. Die große Mehrheit nutzt das für eine Dissertation, einen MBA oder einen MPA, also einen Master of Public Administration.

Allein die Weiterentwicklung zählt

In meiner Promotion zu Fragen der Spieltheorie modellierte ich Konflikte, bei denen die Handlungen verschiedener Parteien voneinander abhängig sind, also „Ich weiß, dass Du weißt, dass ich weiß, was Du machen willst.“ Und umgekehrt. Ich habe dazu mit meinem Professor eine Theorie entwickelt, die wir auch experimentell testeten. Da unser Ansatz recht praxisorientiert war, ließ sich sogar ein Bezug zur Beratung herstellen. Das ist aber keine Voraussetzung – im Leave geht es vor allem um die persönliche Weiterentwicklung.

Die Box von innen sehen

Bei aller Begeisterung für die wissenschaftliche Arbeit – die Projekte fehlten mir schon. Schließlich hatte ich mich wegen der Nähe zu Klienten, der Abwechslung und der tiefen Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge für einen Wechsel zu McKinsey entschieden. In meinem vorherigen Job hatte ich zuweilen das Gefühl, dass wir eine Firma als Box betrachten, in die vorn etwas hineingeht und aus der hinten Geld herauskommt. Was in der Box passiert, sieht kaum jemand. Das ist in der Beratung völlig anders: Hier steigen alle sehr intensiv in ein Unternehmen ein, wollen verstehen und mitgestalten.

Letztlich alternativlose Entscheidung

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich mich zunächst bei mehreren Beratungen beworben hatte. Den McKinsey-Termin wollte ich ans Ende legen, denn es war klar: Das ist die Topadresse. Dann ergab es sich aber, dass ich dort mein erstes Interview überhaupt hatte. Und alle meine Erwartungen, vielleicht ein eher kühles Umfeld vorzufinden, zerstreuten sich sofort. Was mich vor allem begeisterte: Alle meine Interviewer schienen wirklich ein Interesse zu haben, dass ich mein Bestes zeigen kann. Dafür haben sie eine ideale Atmosphäre geschaffen. Am Nachmittag bekam ich bereits ein Angebot. Ich habe sofort alle anderen Bewerbungstermine abgesagt.

Ein neues Business von A bis Z

In meinem ersten Projekt haben wir für den Geschäftsbereich einer Bank ein komplett neues Geschäftsmodell entwickelt. Die Frage war: Wenn wir diesen Kundenstamm bedienen wollen, wie müsste das aussehen? Es war natürlich großartig, für einen sehr großen Kunden ein solches Business von der Pike auf zu konzipieren. Dass mir zumindest der Sektor vertraut war, half auch bei der Einarbeitung. Mit der Zeit habe ich mich aber eher auf den Bereich Konsumgüter und Retail fokussiert.

Weiterhin täglich im Office

Auch während der Promotion hatte ich engen Kontakt zu meinen Kollegen. Außerdem engagierte ich mich tageweise z.B. im Recruiting, bei der Vorbereitung von Workshops oder für den Start-up-Club des Berliner Büros. So blieb ich auch inhaltlich am Ball – und hatte dennoch genug Freiheiten für meine wissenschaftliche Arbeit. Und natürlich für meinen Freundeskreis und meine Band.

Nach meiner Promotion bin ich seit November 2017 wieder im Kölner Office eingestiegen und berate vor allem Kunden im Bereich Einzelhandel und Konsumgüter. Trotz der langen Pause fiel mir die Rückkehr leicht – nicht zuletzt durch die Teamdynamik, auf die ich mich schon wieder sehr gefreut habe. Die Zeit als Fellow im Leave hat mir geholfen, noch strukturierter über inhaltliche Fragestellungen nachzudenken. Ich denke, dass das in Zukunft meine Arbeit als Berater positiv beeinflussen wird. Ein weiterer Mehrwert des Leaves: Ich habe gelernt, persönlich an neuen Herausforderungen zu wachsen.

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Fellow (m/w)

Absolventen mit einem universitären Diplom- oder Masterabschluss beginnen Ihre Karriere bei McKinsey mit dem Fellowship-Programm. Als Fellow haben Sie die Möglichkeit, Ihre berufliche Entwicklung als Berater mit einer weiteren akademischen Ausbildung zu kombinieren. Sie arbeiten für zwei Jahre als Berater in unserem Unternehmen. Anschließend stellen wir Sie auf Wunsch und bei entsprechender Performance frei, um einen Master oder eine Promotion zu absolvieren - und das bei vollem Gehalt für ein Jahr.

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