„Digitalisierung heißt auch: weg vom Hype, hin zum Mehrwert“

Zwei Dinge waren Matthias Breunig eigentlich immer klar: dass er in die Automobilindustrie geht und dass er promoviert. Dann hat er eine Karrieremesse besucht. Und alles kam anders. Heute arbeitet der Wirtschaftsinformatiker als Partner im Business Technology Office (BTO) bei McKinsey an einem der spannendsten Themen derzeit: Industrie 4.0. Im Gespräch erzählt er, warum das perfekt zu ihm passt und was Karrieren bei McKinsey von anderen unterscheidet.

Matthias, wie kam Dein erster Kontakt mit McKinsey zu Stande?  

Ich habe an der Uni Erlangen-Nürnberg studiert und hatte mich dort bei einer Karrieremesse angemeldet, um mit Automobilherstellern in Kontakt zu kommen. Eher zufällig ergab sich dort ein Gespräch mit McKinsey. Erst danach habe ich recherchiert und mich schließlich für ein Praktikum beworben. Bei der Einführungsveranstaltung in Düsseldorf habe ich dann sofort Feuer gefangen: Vom ersten Moment an war ich von den Kollegen und dem Umfeld sehr beeindruckt. Danach habe ich zwar noch Praktika bei einem Premiumhersteller der Autobranche gemacht, aber eigentlich war die Entscheidung längst gefallen.

Was gab den Ausschlag?

Mich hat sehr fasziniert, so viele unterschiedliche Dinge machen zu können. Alle anderen Optionen sahen mir zu sehr danach aus, als würde ich in eine Box gesteckt. Mir war es wichtig, dass ich mich noch fachlich orientieren und möglichst frei entfalten kann.  

In welcher Funktion bist Du eingestiegen?

Ich habe die „klassische“ Fellow-Laufbahn verfolgt: also zunächst zwei Jahre als Berater gearbeitet und mich dann freistellen lassen für einen weiteren Abschluss. Allerdings nicht für eine Promotion, wie ursprünglich mal gedacht, sondern für einen MBA. Das entsprach mir mehr. Die Zäsur durch den so genannten Leave habe ich auch für eine thematische Neuorientierung genutzt. Vorher war ich viel für den Finanzsektor tätig – hatte aber immer Interesse, stärker in Richtung Technologie zu gehen. Nach dem Leave stieg ich mit einem Projekt in der Halbleiterindustrie wieder ein und optimierte den Produktionszyklus eines Klienten. Das hat alles für mich verändert.

Inwiefern?

Dieses hochtechnologische Umfeld, der direkte Kontakt zur Produktion, in einer Industrie, die ich überhaupt nicht kannte – das alles fand ich extrem begeisternd. Daraus hat sich auch eines meiner heutigen Schwerpunktthemen entwickelt: Industrie 4.0 ...

... eines der Topthemen derzeit, fast ein Buzz Word. Aus Deiner Sicht: Wie passt der Hype zur Realität?

Zunächst einmal ist das ein hoch spannendes Feld an der Schnittstelle von Produktion und Informatik. Für viele Unternehmen ist das Thema allerdings mit einer großen Unsicherheit verbunden. Wir helfen vielen Klienten dabei, einzuschätzen: Was heißt das spezifisch für mich? Konkret geht es darum, den Hype von dem zu trennen, was wirklich wertschöpfend ist. Es gibt einige Unternehmen, die bereits große Fortschritte machen bei der Implementierung von vernetzten und digitalen Prozessen. Andere haben größere Schwierigkeiten mit den veränderten Erfordernissen – bspw. an die technologische Infrastruktur, aber auch an ihre Mitarbeiter. Bei McKinsey arbeiten wir kontinuierlich daran, bei dem Thema eine Vordenkerrolle einzunehmen. In unserem internationalen Expertenpool erarbeiten wir eine globale Perspektive und veröffentlichen regelmäßig gemeinsame Studien. Dabei arbeite ich vor allem mit Kollegen in den USA und Japan zusammen.

Was macht das Arbeiten bei McKinsey darüber hinaus attraktiv?

Abgesehen von dem Privileg, an Projekten arbeiten zu können, die thematisch spannend und abwechslungsreich sowie für unsere Klienten von höchster Relevanz sind: vor allem der kulturelle Aspekt. Für mich ist eine der Kernerrungenschaften dieser Firma – auch im Vergleich zu anderen Beratungsunternehmen – dass man hier nicht in Konkurrenz zueinander steht. Das hat auch damit zu tun, dass es keine festgelegte Anzahl an Beförderungen pro Jahr gibt. Der Karriereprozess ist letztendlich stark von dem individuellen Werdegang jedes Beraters geprägt. Wer soweit ist, übernimmt Verantwortung – in seiner „Comfort Zone“ ist man selten. Das führt auch zu einer großen Hilfsbereitschaft untereinander – wenn ein Kollege oder ein Team meine Expertise braucht, versuche ich zu helfen.

Ist ein Einstieg bei McKinsey auch für Informatiker und Ingenieure empfehlenswert?

Gerade für Leute mit technischem Hintergrund ist die Strategieberatung interessant. Denn auch sie brauchen spätestens in der ersten Führungsposition betriebswirtschaftliches Können. Beratung ist eine gute Chance, diese Komponente aufzubauen. Im Zweifel würde ich sogar jedem, der in die Wirtschaftswelt möchte, zu einem eher technischen Studium raten. Damit hält man sich viele Wege offen.

Industrie 4.0, Digital Manufacturing – an welchen Themen arbeitest Du noch?

Zuletzt vor allem New Mobility, dazu gehören Themen wie Car Sharing und autonomes Fahren.

Da bist Du ja wirklich am Puls der Zeit mit Deinen Themen.

Ja, ich kann mich sehr glücklich schätzen.

Erfahrungsbericht

Karrieren@McKinsey: vernetzt voraus

Bei McKinsey hat der Wirtschaftsinformatiker und Partner Matthias Breunig einen Weg gefunden, gleich mehrere Leidenschaften zu verknüpfen: für Technologie, Wirtschaft, Produktion – und Autos. Sein Werdegang im Überblick.

Studium

Information mit System

Digitale Expertise ist bei McKinsey besonders gefragt. Matthias hat Wirtschaftsinformatik in Erlangen-Nürnberg studiert und mit einem Diplom abgeschlossen.

Einstieg

Praktikum mit Perspektive

Bei einer Karrieremesse kam Matthias mit McKinsey-Beratern ins Gespräch. Er machte ein Praktikum, bekam ein Angebot zum Einstieg – und hatte dann noch zwei Jahre Zeit bis zum Examen, um darüber nachzudenken. Seit 2008 arbeitet er im Hamburger McKinsey Office.

Fellow im Leave

Aussteigen, um weiterzukommen

Nach zwei Jahren als Berater können McKinsey-Mitarbeiter im sogenannten „Fellow Leave“ einen weiteren akademischen Abschluss erwerben. Matthias Breunig hat seinen MBA an der INSEAD Business School in Fontainebleau, Frankreichund Singapur erworben.

Projekte

Ins Herz der Produktion

In vielen Projekten kommt Matthias Breunig seine Begeisterung für Technologie zu Gute. Zum Beispiel bei der Verbesserung von Herstellungsprozessen in der Halbleiterindustrie. Nach dem Leave hieß es für ihn: direkt ins Herz der Produktion. 

Schwerpunkte

Industrie 4.0 und New Mobility

Wie lässt sich die digitale Transformation in effiziente Produktionsprozesse übersetzen? Welche neuen Mobilitätskonzepte brauchen unsere Städte? Auf solche Fragen rund um die Themen Industrie 4.0 und New Mobility hat Matthias Breunig sich spezialisiert. 

Das Business Technology Office

Digitale Vordenker

An der Schnittstelle von Wirtschaft und Technologie bewegt sich Matthias Breunig schon seit seinem Studium. Im Business Technology Office (BTO) kann er mit dieser Expertise wegweisende Themen der Zeit vorantreiben. Im BTO entstehen Konzepte zu allen Themen der Digitalisierung. 

Branchen

Von Healthcare bis Automotive

Sein erstes Projekt im Praktikum führte ihn zu einer Krankenkasse, als Fellow war er viel für Banken im Einsatz. Heute berät Matthias Breunig überwiegend Industrieunternehmen, unter anderem Autohersteller, zu den Themen Industrie 4.0 und Connected Mobility.  

Verantwortung

Heimatgefühle statt Büroalltag

Schon früh übernehmen Berater bei McKinsey Verantwortung für jüngere Kollegen. Auch Matthias Breunig hat zunächst Praktikanten angeleitet, heute steuert er mehrere Kliententeams. Als Teamleiter legt er vor allem Wert darauf, Vertrauen zu schaffen und eine offene Atmosphäre. Das McKinsey-Team wird so zur Heimat. 

International

Globaler Expertenpool zu Fokusthemen

Zu seinen Schwerpunktthemen tauscht sich Matthias mit Kollegen in aller Welt aus. Der internationale Expertenpool zum Thema Industrie4.0 organisiert beispielsweise jedes Jahr eine gemeinsame Umfrage unter Entscheidern in Deutschland, den USA und Japan. 

Erfahren Sie mehr
Erfahren Sie mehr

Einstieg als Digital Consultant

Im BTO von Digital McKinsey gehören Management- und IT-Beratung unmittelbar zusammen. Als Spezialist für digitale, technologische oder ökonomische Fragen arbeiten Sie in einem der derzeit dynamischsten Beratungsfelder – an der Schnittstelle von Strategie und Technologie.

Image left, Text right